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doing culture

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2. August 2015
von Melanie Redlberger
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UNTERWEGS ZWISCHEN KORAN UND KOMMERZ – HAGEN INTERKULTURELL

„Parallelgesellschaft“ höre ich jemanden sagen, „aber schon nett“ wird entgegnet. Zwischen rosa Kostüm mit Perlenkette und lustig bunten Hosen changiert die Menschengruppe, in der ich untertauche, die eigene Stadt besehe wie eine Toskanatouristin, die Kamera um den Hals gehängt. Ein interkultureller Spaziergang an meinem Wohnort wird versprochen, die Entdeckung unbekannten Terrains im gewohnten Umfeld, und vorweg kann ich sagen: das gelingt.

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Marc Nikoleit Taksim Gezi Twittwoch Ruhr twruhr

10. Mai 2014
von Melanie Redlberger
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Ausgegraute Welt: Taksim, Gezi, Istanbul…

Wenn an Bäumen und Leitungsrohren, an Wänden und Bodenplatten graue Farbflecken erscheinen, erst hier, dann dort, dann immer mehr – dann bist Du in Istanbul. Dort hat die Gesinnungspolizei eine Farbe.

Grau erstickt Leben, ganz wie in dem Buch „Momo“. Leider ist das nicht nur ein niedliches Gleichnis: Der Künstler Marc Nikoleit liest die visuellen Spuren der Gezi-Park Proteste in der Türkei aus. Seine Erfahrungen vor Ort schilderte er beim 20. Twittwoch Ruhr #twruhr im Unperfekthaus Essen.

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Lounge im Museum

12. August 2013
von Melanie Redlberger
9 Kommentare

WARUM MUSEUM?

Ihr kennt das – manchmal stellt jemand eine Frage, die so einfach klingt, dass einem die Gesichtszüge entgleisen. Nicht weil die Frage so blöde wäre, sondern weil die Frage so simpel ist, dass einem keine Antwort einfällt. Es erschien bisher einfach zu selbstverständlich, um darüber nachzudenken. Mich erwischte es kalt bei der Frage: „Warum eigentlich Museum?“

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"Hilfe", fotografiert in Kassel

4. Juni 2013
von Melanie Redlberger
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Zu Hilfe, ein Stöckchen – Antworten auf das #Btstöckchen zum Thema Twitter

Man hat mich mit einem #Btstöckchen beworfen! Im letzten Moment hab ich es aufgefangen – zu irgendwas muss es ja gut sein, dass ich mal zwei Sommer lang jonglieren geübt habe – die Reflexe bleiben 😉
Diese Stöckchengeschichte funktioniert allerdings eher wie ein Staffellauf, und da war ich immer grottenschlecht. Es sind neun Fragen zur eigenen Arbeitsweise, die wie ein Staffelholz von Person zu Person weitergegeben werden. Also schnell beantworten, und dann das glitschige, anstrengende Ding weiterreichen…

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Kate can haz audience luv

2. Juni 2013
von Melanie Redlberger
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Was mache ich hier, und warum? Ein persönlicher Rückblick auf die re:publica 2013

Endlich habe ich den Ausdruck Netzgemeinde verstanden. Netzgemeinde heißt das hier, weil man so einige Predigten zu ertragen hat, Sascha Lobo, der Herr Dueck, 10 Vorschläge um die Welt zu verbessern, Videos von vermeintlich vergewaltigen Frauen auf Bühne 5 und der #Aufschrei auf Bühne 1, getanzte Erdbeben in connection with earth und lange Schlangen vorm Kaffeestand. Ertragen. Sich aussetzen. Aushalten.

Club-Mate rocks hard

Meine eigene, ganz persönliche re:publica 2013 war vor allem erst einmal ein Ort, dessen Konventionen in krassem Gegensatz standen zu dem, was ich von meinem Alltag her kenne, also von Museumskonferenzen, Museumstagungen, Museumsmonologen.

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Occupy Museum, Tagung Bundesakademie Wolfenbüttel, Partizipation, source communities, Inklusion, Bildung, kulturelle Teilhabe, Ausstellungsgestaltung

9. Mai 2013
von Melanie Redlberger
9 Kommentare

Unter der Maske. Einige Gedanken zur Tagung „Occupy Museum? Partizipative Museumsarbeit zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ in Wolfenbüttel

 

„Occupy Museum?“- Schlagworte sind was Feines. Bei diesem Tagungstitel war jedenfalls klar, dass die Veranstalter sich meiner Aufmerksamkeit sicher sein konnten… Um das Fazit vorweg zu nehmen: ein revolutionärer Geist wehte nicht durch die Hallen, und damit hatte wohl auch niemand ernsthaft gerechnet. Aber gut gewählte Praxisbeispiele und die Erkenntnis, wie weit das Verständnis und das Interesse an Partizipation bei verschiedenen Institutionen bzw. Kulturschaffenden tatsächlich auseinander liegen, machten die drei Tage sehr aufschlussreich.

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Interkulturelles Audience Development

21. April 2013
von Melanie Redlberger
1 Kommentar

Interkulturelles Audience Development für Kulturinstitutionen oder: Noch ein Buch über Interkultur

160 Interviews später, nach über 1000 schriftlichen Befragungen, unzähligen Beobachtungen bei Veranstaltungen, einer ganzen Reihe von Programmanalysen, und mehr als einem Jahr ständiger Diskussion kommen wir zu dem Schluss: einfach ist es immer noch nicht. Auf den einzig richtigen Weg sind auch wir nicht getroffen. Aber dafür ist unser Fazit eindeutig und klar: es ist sehr wohl möglich, für Institutionen der sogenannten Hochkultur ein neues Publikum zu gewinnen. Jünger und vielfältiger, mit und ohne Hochschulabschluss, mit und mit fehlendem Migrationshintergrund, subkulturell oder im Mainstream zuhause. Aber nur, wenn die Institutionen bereit sind, sich selbst auf den Prüfstand zu stellen.

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SAMSUNG

1. April 2013
von Melanie Redlberger
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Lektionen in Menschlichkeit – Impulse aus Museen in Südafrika nach dem Ende der Apartheid

Aufmerksam schaut der Fuchs mich an, eine Pfote erhoben. Über dem Stoppelfeld hinter ihm geht gerade die Sonne unter – die Zeit steht still, ich kann meinen eigenen Atem hören… Als Kind habe ich Dioramen geliebt, diese großen Museumsvitrinen mit ausgestopften Tieren in nachgebauten Landschaften, die an der Rückwand des Schaukastens in dreidimensional wirkende Malereien übergingen. Wieviele Stunden habe ich mich im Untergeschoß des naturhistorischen Museums in Braunschweig herum gedrückt: unwiderstehlich angezogen von diesen immer leicht verstaubt wirkenden Inszenierungen, die wie Walter Benjamins Pariser Passagen etwas der Realität Entrücktes haben – die irreale Zauberkraft einer Märchenerzählung, die die wissenschaftliche Präzision der Präparate subtil unterläuft.

Szenenwechsel. Ein überheizter Raum im Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main. Ich starre auf die Projektion einer Fotografie, die ebenfalls ein Museumsdiorama zeigt. Zu sehen sind mehrere lebensgroße Figuren, die Menschen dunkler Hautfarbe vor einer idealisierten Landschaft darstellen. Eine Gestalt liegt halb unter einem zeltähnlichen Gebilde, im Vordergrund und im Hintergrund scheinen Personen zur Jagd aufzubrechen, die Figuren sind wenig bekleidet und besitzen eine starke körperliche Präsenz.

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21. September 2012
von Melanie Redlberger
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#askacurator: mitmachen oder nicht? Überlegungen aus Museumssicht

22 Museen in Deutschland beteiligten sich am #askacurator-Tag am 19.9.2012. Unter dem Motto „Was Du schon immer wissen wolltest…“ konnte das twitter-Publikum eine Frage mit dem Hashtag „#askacurator“ an eines der beteiligten Museen senden und mit einer schnellen und kompetenten Antwort rechnen. Welchen Sinn macht das für ein Museum?

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